Koffein-Entzug – Woche 2

Zur Zeit befinde ich mich noch in meinem Kein-Koffein-Experiment: Vor etwas mehr als einer Woche hatte ich die Idee, mal auszuprobieren, was passiert, wenn ich ca. zwei Wochen lang keinen Kaffee trinke bzw. keinerlei Koffein zu mir nehme. Die zweite Woche bewegt sich nun dem Ende entgegen, und im Gegensatz zur ersten Woche hat sich meine allgemeine Konzentration um 180 Grad gedreht. Letzte Woche fühlte ich mich häufig noch unmotiviert und teilweise auch etwas lustlos.

In dieser Woche hat sich dieses Gefühl komplett verändert. So habe ich keine Probleme mehr damit, morgens früh aufzustehen. In den letzten Wochen war das mitunter eine zähe Angelegenheit, ich konnte schon fast nicht mehr mitzählen, wie oft ich mich von links nach rechts gedreht habe. Seit Montag hingegen: Alles wie weggeblasen. Der Wecker klingelt, ich bin wach – und stehe auf. Und abends ist es auch wieder umgedreht, so richtig müde werde ich manchmal gar nicht. Ich versuche, einigermaßen gleichmäßig ins Bett zu gehen, um dann auf sieben Stunden Schlaf zu kommen, was auch recht gut funktioniert.

Und auch berufsbezogen habe ich den Eindruck, dass ich konzentrierter und fokussierter bin im Vergleich zu den Wochen zuvor, als ich noch regelmäßig drei bis vier Tassen Kaffee pro Tag getrunken hab. Was ja nun nicht viel ist, und in meinem Kaffee kann der Löffel nicht stehen. Und vielmehr als mein freiwilliger Koffeinentzug hat sich nicht getan in meinem Leben, worauf diese Reaktionen zurückzuführen wären. Es stellt sich mir jetzt auch die Frage, wie lange ich das Experiment noch durchziehen will. Ursprünglich hatte ich zwei Wochen ins Auge gefasst. Aktuell tendiere ich eher dahin, es noch etwas zu verlängern. Denn aufgrund von etwas nervigen Adduktorenproblemen im rechten Oberschenkel bewegt sich mein Lauftraining eher auf Schlurf-Niveau. Somit konnte ich noch nicht testen, wie die Auswirkungen auf meine Laufleistung sind. Und gerade das interessiert mich sehr. Bis zum Sonntag werde ich es aber auf jeden Fall noch durchziehen. Wirklich vermissen tue ich Kaffee jedenfalls noch nicht.

Post-Season – Zeit für Experimente

Nachdem die Saltin-Diät vor dem Frankfurt-Marathon aufgrund einer Erkältung ausfallen musste, kam mir nun relativ spontan die Idee, mal was neues auszuprobieren. In einem meiner Küchenschränke fiel mir auf, dass ich noch haufenweise Tee dort herumstehen hatte. Und da ich schon immer mal testen wollte, wie sich mein Körper bei Koffeinentzug verhält und ob man es tatsächlich bemerkt, fing ich am gestrigen Montag mit einem Experiment an:

Tee statt Kaffee

Am Samstag und Sonntag hatte ich den Koffeinkonsum schon deutlich heruntergefahren. Am Samstag Abend gab’s vorm Kino noch eine Tasse. Passenderweise hieß der Film Ich.darf.nicht.schlafen. Ansonsten gab es am Wochenende ca. drei Tassen Instant-Kaffee, die letzte am Sonntag morgen. Das Glas war dann auch leer. Meine Saeco Incanto hatte ich bereits einigermaßen stillgelegt und sie dann auch mal einer etwas intensiveren Grundreinigung unterzogen.

Seitdem trinke ich nur noch Wasser und Tee, genauer gesagt im Moment noch Kamillen- und Anis-Kümmel-Fenchel-Tee. Bislang habe ich noch nichts gravierendes feststellen können. Mir fehlen zwar so ein bisschen die Rituale, sich z.B. morgens und mittags einen Kaffee zu gönnen, aber prinzipiell geht es auch ohne. In punkto Wachheit bzw. Müdigkeit ist es am Tag 2 des Experiments noch schwer einzuschätzen, ob sich bereits erste Auswirkungen zeigen. Gestern Nachmittag wäre ich beinahe mal kurz weggenickt, da fiel es mir sehr schwer, nicht vornüber zu kippen. Und meine Konzentration war auch schon mal besser.

Inwiefern sich das fehlende Koffein auf die Lauferei auswirkt, wird sich noch zeigen. Denn ich bin erst letzte Woche wieder langsam ins Training eingestiegen, mit lächerlichen 22 Kilometern in der Woche, verteilt auf drei Einheiten (6km, 6km, 10km). Bei den drei Einheiten knallte der Puls permanent hoch, ich musste mich andauernd bremsen,  weil ich nur mit einem 130er Puls laufen wollte. Das Tempo fühlte sich eigentlich normal für einen 130er Puls an, ich bin aber problemlos auf 140+ gekommen. Somit kamen mir die Läufe wie eine fürchterliche Schlurferei vor. Mal schauen, wie es sich diese Woche anfühlt.

Auffällig waren noch meine Kopfschmerzen am Montag. Da vermute ich aber eher eine Verspannung im Nacken als Ursache. Aber so leicht unterschwellige Kopfschmerzen habe ich auch heute noch, wenn auch kaum spürbar. Die nächsten Tage dürften interessant werden, wenn das Experiment länger andauert.

Isenburger Spontan-Cross

Der 38. Internationale Isenburger Hugenotten-Lauf am 21.09.2014 entwickelt sich durch die Regenfälle vom Samstag und Sonntag zu einem kleinen Crosslauf. Der Untergrund im Wald war ziemlich durchweit und mit vielen Pfützen gespickt. In den Kurven musste man aufpassen, wo man hintritt, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

Ich hatte mich für den 10km-Lauf angemeldet, weil ich hier größere Chancen sah, für die Altersklassenwertung des Main-Lauf-Cups noch ein paar Punkte mehr herausschlagen zu können als beim Halbmarathon. Denn der Halbmarathon ist in Neu-Isenburg in der Regel etwas stärker besetzt als bei den anderen Läufen des Main-Lauf-Cups – sieht man mal vom Spiridon-Halbmarathon in Frankfurt und vom Silvester-Lauf ab. In der Startaufstellung entdeckte ich auch kaum bekannte Gesichter. Und Steffen Kothe, einer der Favoriten auf den Gesamtsieg und ein für mich uneinholbarer Altersklassen-Konkurrent war bereits unterwegs, da er den Halbmarathon lief, der 25 Minuten früher gestartet wurde.

Nach dem Start geht es den ersten Kilometer auf breiten Straßen durch Neu-Isenburg. Hier kann sich das Läuferfeld gut sortieren, es gibt vorne kein Gedrängel. Zuerst sortierte ich mich hinter Petra Wassiluk ein, in dem Gedanken, dass sie mit einer Sub 40, die sie laufen wird, eine gute Orientierung sein müsste. Falsch gedacht. Das Tempo war leider so gar nicht meins, und erst im Ziel erfuhr ich, dass sie heute anscheinend nicht auf Biegen und Brechen eine Sub40 laufen wollte. Es fand sich auch keine wirkliche Gruppe, in der ich mich einsortieren konnte, und so bröselte das Feld etwas auseinander. Die ersten Läufer waren aber vor allem auf den langen Geraden auf den ersten Kilometern immer noch in Sichtweite, und auch vor mir befanden sich viele Läufer, die noch in Reichweite waren.

Ungefähr bei der Hälfte des Rennens bemerkte ich, dass sich hinter mir dann doch eine Gruppe gebildet hatte. Sie bestand aus ca. 6 Läufern, und irgendwann hatte ich dann keine Lust mehr, Pacemaker für die Gruppe zu spielen und ließ mich hinter die Gruppe zurückfallen. Eine ganz schlechte Idee, weil ich dadurch so dermaßen aus dem Rhythmus kam, dass ich Seitenstechen bekam. Nur mit Mühe konnte ich den Anschluss halten und musste zudem mit ansehen, wie diese Gruppe nun auch auseinander fiel. Wobei ich nicht gut einschätzen konnte, ob nun ein paar der Läufer hinten in der Gruppe Schwierigkeiten hatten, oder ob wiederum andere Läufer vorne in der Gruppe auf das Tempo drückten. Alle waren aber immer noch für die letzten zwei Kilometer in Reichweite, um an ihnen vorbeigehen zu können. Als sich das Seitenstechen dann endgültig verabschiedet hatte, waren auch nur noch knapp zwei Kilometer zu laufen. Ich wollte dann langsam aber sicher anfangen, ein paar der Läufer vor mir einzusammeln.

Das war schwieriger als gedacht, denn keiner wurde merklich langsamer, und so entschied ich mich, à la Jan Fitschen bei der EM 2006 so eine Art Überraschungs-Angriff auf den letzten 200 Metern im Stadion zu starten. Vor dem Stadion erwartete uns aber erstmal noch eine Pfützen-Orgie. Bei den ersten zwei, drei Pfützen folgte ich noch den Läufern vor mir beim Lauf links und rechts an den Pfützen vorbei. Dann war mir das aber zu mühsam, immer den besten Weg um die Pfützen herum zu suchen, und dreckig war man ja sowieo schon. Da dachte ich mir: “Was soll der Mist, einfach geradeaus durch!”, und entschied mich zu einem Spontan-Crosslauf. Es half tatsächlich, Boden und Plätze gutzumachen, und dann ging es auch schon hinein ins Stadion.

Mein Vorhaben für einen Überraschungs-Angriff, ging auch auf, drei oder vier Läufer konnte ich noch einkassieren, den fünften zunächst auch, er hatte jedoch noch ein paar Körner mehr im Tank als ich und antwortete mit einer Gegenattacke, der ich nicht mehr folgen konnte. Auf den letzten 50 Meter schaute ich dann nur noch, dass ich die Position nicht mehr verliere und lief am Ende als 18. ins Ziel. Wie eng und spannend es am Ende war, zeigte sich bei dein Einlaufzeiten: Zwischen dem 17. und dem 22. lagen weniger als 5 Sekunden. Mit meinen 39:31,00 war ich nur bedingt zufrieden, bei den Bedingungen konnte man aber auch nicht mehr erwarten. Absolut zufrieden war ich hingegen mit dem 2. Platz in meiner Altersklasse, womit ich bei der Zeit nicht gerechnet hätte. Es wäre nur besser gewesen, die Gruppe zur Mitte des Rennens nicht vorbei zu lassen und statt dessen mein Tempo weiter durchzuziehen. So wäre vielleicht mehr drin gewesen, denn der Altersklassen-Erste war genau der Läufer, dem ich auf den letzten 100 Metern nicht mehr folgen konnte.

Jetzt bleibt abzuwarten, wie die Regeneration verläuft, denn am kommenden Samstag steht mit dem Halbmarathon in Rosbach schon wieder der nächste Wettkampf an.

Laufbericht zum 38. Hausener Volkslauf

Zwei Wochen nach dem Eschathlon stand mit dem 38. Hausener Volkslauf am 27.07.2014 bereits der nächsten Halbmarathon auf dem Programm. Gleichzeitig war es der fünfte Wertungslauf des Main-Lauf-Cups. Somit war die erste Priorität, den Lauf vernünftig zu finishen, um auf jeden Fall schonmal die fünf notwendigen Läufe in der Wertung zu haben, um am Ende auch in der Gesamtwertung berücksichtigt zu werden.

Rückblick

Letztes Jahr lief ich in Hausen eine eher bescheidene 1:32:14 und landete auf Rang 25 in der Gesamtwertung. Trotzdem reichte es mit dieser Zeit aber zum 2. Platz in meiner Altersklasse, was mir in der Main-Lauf-Cup-Wertung satte 98 Punkte bescherte.

Anreise

Der Tag ging gut los, denn mein Navi versagte. Zum Glück hatte ich mir am Abend zuvor nochmal angeschaut, wo genau ich denn hin musste und welche Abfahrten ich nehmen musste. Auf der A3 verpeilte ich jedoch die erste Abfahrt und fuhr deswegen bei Weiskirchen in Richtung Hanau raus, was sich aber als kein großer Umweg rausstellte.

Rennverlauf

Den Streckenverlauf hier auf der Streckenkarte zu verstehen ist nicht ganz so einfach. Was aber jeder verstehen sollte: Man muss zwei Runden laufen, und die Halbmarathonis müssen auf der ersten Runde im Gegensatz zur 10er-Strecke noch einen kurzes Extra-Stück laufen. Ansonsten kann man nicht viel falsch machen, weil überall Streckenposten vorhanden sind, und falls nicht, sollte auch jeder noch so Blöde verstehen, wo man gerade langlaufen muss. Wie gewöhnlich brauchte es ein paar Kilometer, bis sich das Feld sortiert hatte. Und je mehr Kilometer vergingen, desto mehr merkte ich, dass mir der Eschathlon doch noch mehr in den Beinen hing, als ich vermutet hatte. Somit wurde es dann eine sehr taktisch geprägtes Rennen. Die Zeit spielte nur noch eine untergeordnete Rolle, ich versuchte vielmehr, meine jeweils aktuelle Position zu verteidigen und vielleicht noch die ein oder andere Position gut zu machen – in der Hoffnung, dass vorne noch mal einer vom Laster fällt.

Gegen Mitte des Rennens holte ich zwei vor mir liegende Läufer ein, wobei sich einer zunächst als sehr hartnäckig erwies. Wahrscheinlich hat er mich nicht kommen hören, weil er Kopfhörer im Ohr hatte. Mir kam’s so vor, als sei er sehr überrascht gewesen und zog wieder an mir vorbei. Ich lies ihn laufen und hielt mein Tempo, und so kam es, wie es kommen musste: Ich überholte ihn wenig später ein zweites Mal und ließ ihn diesmal stehen. Der andere Läufer biss sich dauerhafter an mir fest. Wirklich ausruhen konnte ich mich nie auf meinem Vorsprung, denn er war zu klein. Und ich war schon am Limit, denn schneller ging es eigentlich nicht, weil ansonsten die Oberschenkel wohl komplett dicht gemacht hätten.

Hilfreich war nur noch, dass ich vor mir immer die erste Frau sehen konnte, die von einem Fahrrad begleitet wurde. Ich kam aber einfach nicht näher. Mir ging es hierbei auch gar nicht darum, unbedingt vor der ersten Frau ins Ziel zu kommen, das war mir vollkommen egal. Es war nur irgendwie frustrierend, das Gefühl zu haben, einfach kein Stück näher zu kommen. Zumal ich permanent versucht habe, mit wenn auch nur sehr kleinen Tempoverschärfungen den Läufer hinter mir insoweit loszuwerden, als dass der Vorsprung etwas größer wird. Ich nahm mir vor, einfach auf Teufel komm raus die zwei letzten Kilometer nochmal alles rauszuholen.

Das klappte aber nur bedingt bis gar nicht. Einzig die “Stadionrunde” ließ mich nochmal etwas schneller laufen. Da im Zielkanal nicht mehr überholt werden darf und mein Vorsprung nun doch deutlich angewachsen war, ließ ich es auf den letzten 200 Metern sehr gemütlich angehen. Die 1:29:01 lagen zwar unter meinen Erwartungen, in Anbetracht der Tatsache, dass die Beine nach dem Eschathlon noch ziemlich schwer waren, ging aber nicht mehr.

Die Altersklassen-Überraschung

Zunächst hingen bei den Ergebnislisten nur die ersten acht Läufer aus. Der erste in der M30 passte als Achter mit einer 1:22:11 noch drauf. Nach einer halben Ewigkeit und zurück vom Duschen hing dann endlich eine neue Liste aus. Und siehe da: Zwischen 1:22:11 und 1:29:01 lag kein anderer Läufer aus der M30. Das bedeutete wie letztes Jahr: Platz 2 in der M30 und 98 Altersklassen-Punkte für die Main-Lauf-Cup-Wertung. Es dürfte zwar in diesem Jahr aufgrund der größeren Konkurrenz sehr schwer werden, hier wieder aufs Gesamt-Treppchen zu kommen. Aber die 98 Punkte habe ich schonmal. Jetzt gilt’s bei den nächsten Läufen, die Läufe und den geringen Punktzahlen aus der Wertung zu kegeln.

Ausblick auf Mühlheim

Der nächste Wettkampf wird der Volkslauf in Mühlheim sein, auch hier werde ich aller Voraussicht nach beim Halbmarathon an den Start gehen. Im vergangenen Jahr lief ich dort mit 1:27:07 eine neue persönliche Bestzeit, die bis zum Halbmarathon in Frankfurt in diesem Jahr bestand hatte. Durch die am Montag beginnende Vorbereitung auf den Frankfurt-Marathon erhoffe ich mir hier, erstmals in die Region von 1:25 zu kommen.

Laufbericht Eschathlon 2014

Selten habe ich einen im Vorfeld so entspannten Wettkampf erlebt. Kein Wunder, schließlich war es ein Heimspiel, schließlich habe ich mehr als 20 Jahr in Eschborn gelebt. Und die Anreise war mit weniger als 10 Minuten mit dem Auto auch sehr gemütlich. Es war ein sehr guter Schachzug der Veranstalter, den Selgros-Parkplatz für die Teilnehmer zur Verfügung zu stellen. So wusste man als Ortskundiger schon im Vorfeld, dass man keine 2 Stunden vorher anreisen muss, um nicht schon vor dem Start einen Halbmarathon hinlegen zu müssen, nur um überhaupt erstmal die Startlinie überqueren zu müssen. Die Startunterlagen hatte ich schon am Tag zuvor abgeholt, ergo war vor dem Start eigentlich alles geregelt.

Der Streckenverlauf

Es ist doch ein großer Unterschied, ob man eine Strecke vorher kennt oder nicht. Und ich meine damit nicht, die Strecke zumindest schonmal von oben gesehen und das Höhenprofil im Kopf zu haben. Nein, ich meine damit, viele Streckenabschnitte schonmal abgelaufen zu haben oder schlicht und ergreifend zu kennen. So kannte ich zwei Bereiche allein schon deshalb, weil es früher meine Schulwege waren. Und auch alleine die Tatsache, dass man in einem Ort läuft, in dem man viele Jahre gewohnt hat, schien die Beine zumindest bei mir etwas lockerer zu machen als bei anderen Wettkämpfen.

Grundsätzlich war der Streckenverlauf gut gewählt, was alleine schon der Start- und Zielbereich bei den Schülerläufen gezeigt hat. Diese fanden allesamt nach den Hauptwettkämpfen statt, es war aber trotzdem noch viel los auf dem Rathausplatz und es herrschte eine tolle Stimmung. Da können sich andere Veranstalter durchaus etwas abgucken. Ansonsten war es für meinen Geschmack hügeliger als angenommen, vor allem an den zwei Brücken am östlichsten Teil der Strecke musste man in der zweiten Runde ordentlich knautschen. A propos Brücken: Die Halbmarathonis mussten ingesamt sechs Mal eine jeweils kleine Holzbrücke überqueren. Aufgrund der Witterungsbedingungen waren diese recht rutschig und man war besser beraten, diese entweder so anzulaufen, dass man sie möglichst schnell überqueren konnte, oder man nahm sicherheitshalber Tempo raus. Auf dem Feldweg von Niederhöchstadt und Eschborn konnte man es dafür aber ziemlich gut rollen lassen.

Der größte Kritikpunkt ist bei der Halbmarathonstrecke der Wendepunkt beim Kilometer 19. Ich hatte mich schon beim meinen Trainingsläufen gewundert, denn bei meinen Messungen und dem ursprünglichen gewählten Streckenverlauf fehlten an dieser Stelle ca. 400 Meter. Durch diesen kleinen Stich holte man die fehlende Distanz nun also wieder rein. Eine für den Veranstalter zwar praktische Lösung, für den Läufer an dieser Stelle aber vergleichsweise unschön. Aber nun gut, beim Knastmarathon in Darmstadt muss man 24 Mal um eine Pylone herum – man findet also immer was zu meckern.

Mein Rennverlauf

Beim Start sortierte ich mich in ungefähr in der dritten Reihe ein und versuchte auf den ersten Kilometern erstmal, mich an die feuchten Witterungsbedingungen zu gewöhnen. Ein Wettkampf bei leichtem Dauerregen und komplett nasser Strecke ist nicht unbedingt alltäglich. Wegen der Steigungen und diversen Brücken schwankten auch meine Zwischenzeiten, sie bewegten sich aber nicht weit entfernt von den 4:05 min/km, die ich angepeilt hatte. Leider bildete sich keine Gruppe, in der ich hätte mitlaufen können, weshalb es ansich ein relativ einsames Rennen wurde. Hin und wieder überholte man mal einen Läufer oder wurde überholt, aber es war niemand dabei, der in etwas mein Tempo lief, mit dem man sich hätte zusammenschließen können. Etwas ärgerlich wurde es kurz nach dem Bürgerzentrum in Niederhöchstadt, weil ein Läufer vor mir trotz einer eigentlich recht eindeutig aufgestellten Pylone nicht geradeaus laufen, sondern statt dessen rechts abbiegen wollte und mich etwas aus dem Tritt brachte.

Weil die Halbmarathonis die 10km-Runde zweimal zu laufen hatten, wusste man zu Beginn der zweiten Runde, was nun auf einen zukommt. Das machte die Sache für den Kopf auch etwas leichter. In der Hanny-Franke-Anlage gab’s dann leider einen Dämpfer, ein kurzer Krampf zuckte durch die linke Wade. Nicht ganz unschuldig war hier wohl auch der glatte Untergrund. Ich nahm ein klein wenig Tempo raus und versuchte, meine Position einigermaßen zu halten. Überholt wurde ich von einem Staffel-Läufer und einem Läufer, bei dem ich der Meinung war, dass es ein Halbmarathoni war. Nur war er verdammt schnell und ließ mich fast komplett stehen, obwohl und ich so viel langsamer nun auch nicht geworden war. Dann war die Messe gelesen, noch knapp zwei Kilometer waren zu laufen, und dank des Wendepunkts konnte ich gut erkennen, dass der hinter mir platzierte Läufer so weit entfernt war, dass er mich nicht mehr einholen konnte.

Mit meiner Zeit von 1:27:27 h war ich durchaus zufrieden. Auf einer flacheren Strecke und ohne die kleinen Brücken wäre an diesem Tag vielleicht mehr drin gewesen. Gesamt-17. las sich in der Ergebnisliste auch nicht schlecht. Nur bei der Altersklassen-Wertung musste ich zunächst zweimal hinschauen, bis ich dann verstanden hatte, dass hier im 10er-Schritten gewertet wurde. Mit so einer Zeit nur Altersklassen-Achter in der M30 zu werden ist schon eher ungewöhnlich. Kurioserweise wäre ich aber auch bei einer Einteilung in Fünfer-Schritten nur Altersklassen-Sechster geworden.

Fazit

Für die Premiere war es eine sehr gut organisierte Veranstaltung. Ein Kritikpunkt wären eventuell noch die fehlenden Duschen. Diese würden z.B. an der Heinrich-von-Kleist-Schule zur Verfügung stehen. Eine Verlegung des Start-/Ziel-Bereichs an diese Stelle würde jedoch nach sich ziehen, dass sich hier deutlich weniger Zuschauer hin verirren würden. Der Veranstalter wäre gut beraten, vielleicht noch ein paar Optimierungen an der Stecke vorzunehmen, aber ansonsten alles so zu lassen, wie es ist. Ich bin im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei.

Es zwickt vorm Eschathlon

Wenige Tage vor dem 1. Eschathlon zwickt’s hinten links, und erfreulicherweise mal nicht im Gebiss, sondern im Oberschenkel. Auf Zahnschmerzen kann ich für den Rest meines Lebens nämlich gerne verzichten.

Die vier Kilometer im Halbmarathon-Tempo am Dienstag haben also überraschende Spuren hinterlassen. War doch nur ein 4er-Schnitt, ich weiß ja auch nicht, was der Oberschenkel da schon wieder zu meckern hat. Der soll sich mal nicht so anstellen. Vielleicht grüßt aber auch die Skoliose von weiter oben. Falls dem so ist, kriege ich das bis Sonntag mit ein paar Stabi-Übungen wieder hin. Die habe ich in letzter Zeit sowieso etwas vernachlässigt, trotz neuem Gymstick. Denn die Schmerzen kommen mir bekannt vor: Damals, als ich noch nicht wusste, wie gruselig meine Wirbel aussehen, zwickte es häufig an der gleichen Stelle, und ich hielt es für eine Zerrung.

Was soll’s. 21 Kilometer durch meine alte Heimat, über meinen ehemaligen Schulweg und über Straßen und Wege, die ich von zig Trainingsläufen kenne. Wenn ich mir eine Strecke gut einteilen können sollte, dann doch wohl diese. Und da kann mich jetzt auch kein zwickender Oberschenkel mehr aufhalten.

Wurzelkanalbehandlung

Heute morgen brach mir beim Frühstück ein Stück des letzten Backenzahns rechts oben ab. Der Besuch beim Zahnarzt stellte die Zahnärztin vor eine Herausforderung. Vom Zahn war am Ende nicht mehr viel übrig, er war ziemlich kariös. Hinzu kam noch, dass die Nerven bereits so angegriffen waren, dass sich plötzlich eine Wunde auftat, die gar nicht so einfach zu stillen war.

“Es … ähm … ja, sprudelte fast.”

Es folgt nun nächsten Mittwoch Teil 1 einer Wurzelkanalbehandlung, und dummerweise auch ein Sportverbot. Mir ist das mit der Wunde aber auch zu unsicher. Bevor mir da durch die Lauferei wieder was aufplatzt

35. Seligenstädter EVO Wasserlauf

So mild der Winter auch war, eine Erkältung suchte mich auch dieses Jahr heim. So reiste ich mit einer noch nicht vollständig abgeklungenen Erkältung an und hatte drei Optionen:

  • gar nicht starten
  • Ummelden auf die 10km
  • über die 25km an den Start gehen

Man zahlt hier die Anmeldegebühr erst beim Abholen der Startnummer, weshalb ich mich nur kurzfristig hätte umentscheiden können. Tat ich dann doch nicht. Ich fühlte mich verhältnismäßig gut, hinzu kam der Gedanke an die Altersklassen-Wertung des Main-Lauf-Cups. In diesem Zustand viele Punkte über die 10km zu holen hielt ich für unwahrscheinlich. Dafür müsste ich mindestens eine Zeit von unter 40 min hinlegen – unmöglich an diesem Tag. Außerdem war das Training in der letzten Zeit nicht dafür ausgelegt, zumal ich in der Woche vor dem Wettkampf so gut wie gar nicht gelaufen bin. Eine Pace von 4:05 min/km über die 25km wäre ohne Erkältung möglich gewesen. Mit der Erkältung korrigierte ich das ein wenig nach oben. Auch “wenig” ist ein dehnbarer Begriff, wie sich später herausstellte.

Start und erster Wendepunkt

Auf dem ersten Abschnitt bis zum ersten Wendepunkt machte sich die Erkältung erstaunlich wenig bemerkbar.  Meine Pace bewegte sich im Bereich zwischen 4:10 und 4:15 min/km. Auch hier hab ich’s beim Abstoppen der Kilometer-Zeiten wieder verkackt. Erneut wurden aus den Kilometern vier, fünf und sechs eine Runde. Wie blöd muss man eigentlich sein, den gleichen Fehler bei zwei aufeinanderfolgenden Wettkämpfen zweimal zu machen? Sei’s drum. Durch den Wendepunkt kann man mitzählen, auf welcher Position man sich befindet. Und ich war echt verblüfft! “…13…14…15…”, da sah ich auch schon die Pylone, und vor mir waren nur noch drei Läufer. Position 19! Geht doch. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnte: Die Quälerei ging jetzt erst richtig los.

Man kann sich zwar an Läufern festbeißen, die man in der Ferne sieht, getreu dem Motto “Da will ich näher rankommen!”, denn der Kurs bietet eine tolle Sicht nach vorne. Man sollte allerdings auch bedenken, dass hinter einem auch noch Läufer sind. So wurde es auf den verbleibenden 17,5 Kilometern ein munteres Wechselspiel.

Das erste Mal im Ziel

Irgendwie ist das fies, wenn man nach fast 15 Kilometern das Ziel auf sich zukommen sieht, um aber gleichzeitig zu wissen, dass man noch 10 Kilometer vor sich hat. So ist das nun Mal in Seligenstadt, Fluch und Segen zugleich. Diesmal war’s für mich mehr Fluch. Die Kilometer 13 bis 15 waren reine Kopfsache, ich war kurz vor dem Aussteigen und platt wie selten bei einem Wettkampf. Die Zwischenzeiten waren mittlerweile übelst in die Höhe gegangen. Einzig der Gedanke an die aktuell gute Position gepaart mit der Hoffnung, dass sich unter den Läufern vor mir nicht so viele M30er befinden, ließen mich weiterlaufen. Und die letzten 10 Kilometer kann man sich durch den zweiten Wendepunkt der Strecke in zwei Etappen à 5 Kilometer einteilen. Das half dann auch, auf dem ersten Stück konnte ich fast eine Pace von 4:20 min/km halten, ich wurde tatsächlich wieder etwas schneller.

Wendepunkt in die Langsamkeit

Das relativierte sich auf den letzten fünf Kilometern. Ich pfiff gelinde gesagt auf dem letzten Loch! So muss sich das auch angehört haben. Der Abstand zu den Läufern hinter mehr war überschaubar, und die Läufer vor mir, die ich noch sehen konnte, aufgrund meines Zustands außer Reichweite. Schön war, dass ich einen Mitstreiter fand, der auf der gleichen Pace unterwegs war, und so wechselten wir uns ab was das Tempo-Machen angeht. Wobei, von Tempo konnte jetzt keine Rede mehr sein, es ging nur noch darum, irgendwie ins Ziel zu keuchen. Auf den letzten beiden Kilometern quetschte ich mit einer 4:27 und einer 4:10 nochmal alles raus, was noch im Tank war und schob mich damit sogar wieder auf die Gesamtposition 19. Am Ende stand eine 1:48:09.96 in der Ergebnisliste, sowie der undankbare 4. Platz in der Altersklassen-Wertung.

 

12. Frankfurter Lufthansa Halbmarathon

Der Halbmarathon in Frankfurt, veranstaltet von Spiridon Frankfurt, ist vermutlich für viele Läufer eine erste Standortbestimmung, um zu sehen, wie man denn durch den Winter gekommen ist. Wenn man denn in diesem Jahr überhaupt von einem Winter sprechen kann. Solange man nicht im Taunus wohnt, konnte man Schnee nur aus der Ferne betrachten, und die für diese Jahreszeit durchweg milden Temperaturen machten diesmal auch dem Tempotraining keinen Strich durch die Rechnung. In der Regel verzichte ich auf schnelle Läufe, sobald sich Straße und Wege wie Schmierseife anfühlen. Bevor ich mir beim Laufen die Gräten breche, lasse ich es lieber sein und lassen das Training ausfallen, oder es wird nur langsam gelaufen

Der Parkplatz Gleisdreieck an der Commerzbank-Arena war noch erstaunlich leer, dafür war der Querbeet-Stand schon komplett aufgebaut, allerdings waren bislang nur wenig Bio-Runner zu sehen. Die Sonne verriet schon, dass es für diese Jahreszeit eine Hitzeschlacht werden könnte. Temperaturen von 20° C waren vorhergesagt. Angepeilt hatte ich einen 4:05er-Schnitt, mit erhoffter Tendenz nach oben, um vielleicht sogar unter die 01:25 h zu kommen.

Start

Im Startblock sortierte ich mich im 1:35er-Block in der ersten Reihe ein. Die Taktik hatte sich schon beim Silvester-Lauf bewährt. Und gerade das erste Stück bis zur Flughafenstraße und der Abschnitt durch den Wald bis zur Bürostadt Niederrad sind recht eng. Da ist es von Vorteil, wenn man frei laufen und seine Rhythmus finden kann. Und der zeitliche Abstand zwischen den Blöcken war groß genug gewählt, sodass sich der erste Block bereits ordentlich auseinandergezogen hatte, bis ich ihn kurz vor Niederrad erreichte.

Der erste Teil lief wie erwartet relativ gut. Dumm war nur, dass ich mich vor dem Start dazu entschlossen hatte, die Kilometer manuell mitzustoppen. Aus den Kilometern vier, fünf und sechs wurde eine Runde – ein klassischer Fall von Verpeiltheit und dem permanenten Übersehen von Kilometer-Schildern. Das Hirn konnte in diesem Stadium noch einigermaßen rechnen: 12:14 min geteilt durch 3 ergab, dass der Schnitt noch passte.

Isenburger Schneise

Auch wenn die Strecke durchaus attraktiver ist als der alte Streckenverlauf, so hat sie in meinen Augen einen negativen Aspekt: Die Isenburger Schneise hinauf gehört nicht zu den Highlights. Man quält sich hinauf in Richtung Wendepunkt in der Hoffnung, dass es endlich vorbei ist. Wohl dem, der sich vorher gemerkt hat, wann der Wendepunkt kommt und wie weit es noch ist. Praktisch ist hier jedoch, dass man durch den Wendepunkt einen guten Blick auf das Läuferfeld hat. Wo befinden sich z.B. die Pacemaker? Wie weit sind sich noch vor oder hinter mir? Und da schaute ich erstmal blöd aus der Wäsche, weil die Läufer, die ich unter dem 1:29er-Ballon ausmachen konnte, irgendwie nicht zu der Pace passten. Wenig später merkte ich dann, dass ich den 1:24er-Ballon für den 1:29er-Ballon gehalten hatte. Das passte dann auch wieder zu meiner Pace, denn ansonsten wäre der 1:29er sehr weit weg gewesen.

Erwartungsgemäß ging die Pace erstmal nach unten. Nichts beunruhigendes, es geht ja in Richtung Commerzbank-Arena erstmal wieder bergab. Da sollte sich das wieder korrigieren lassen.

Ab ins Ziel

Um an meine erhoffte Zeit von 1:25 h heranzukommen, hätte ich auf dem letzten Stück eine Pace von unter 4 min/km laufen müssen. Das klappte leider noch nicht mal auf dem Bergab-Stück, als die Isenburger Schneise hinter mir lag. Mit Gewalt wäre es gegangen, aber dann wäre ich vielleicht auch eher ins Ziel gegangen als gelaufen.  Es bringt ja nichts, wenn ich zwei, drei Kilometer mit 3:50 min/km runterbolze, um mich dann die letzten zwei Kilometer mit 4:20 min/km ins Ziel zu schleppen. So blieb die Pace einigermaßen konstant.

In der Arena angekommen stand nach einem kurzen Schlusssprint eine 1:26:31 auf der Uhr. Dass dies eine neue persönliche Bestzeit war, realisierte ich erstmal nicht. Es überwog eine leichte Unzufriedenheit, hatte ich mir doch wegen des milden Winters und der Änderung meines Trainingsplans ein bisschen mehr erhofft.

 

Garmin Forerunner 305 lässt sich nicht mehr einschalten

Sollte Eure Forerunner 305 mal nicht anspringen, nachdem Ihr wie wild auf dem On-Button rumgedrückt habt: Keine Panik! Sie ist nicht kaputt. Bei mir half nun schon zweimal ein Soft-Reset. Der löscht keine Daten, und danach piepst sie auch wieder fröhlich vor sich hin. Dafür reicht es aus, die Tasten “Mode” und “Reset” gleichzeitig zu drücken.

Es ist auch zu empfehlen, den Ladevorgang im Auge zu behalten. Klar, man braucht nicht alle drei Minuten draufzuschauen. Da aber hin und wieder die Kontakte unten an der Uhr oxidieren, funktioniert das Laden in sehr seltenen Fällen nicht richtig. Das hat bei mir vermutlich auch die Probleme beim Einschalten verursacht.