Laufbericht zum Weiltalweg-Landschaftsmarathon 2010

Nie hätte das Flugverbot passender sein können als gestern - rechtzeitig zum Weiltalweg-Landschaftsmarathon. Und das Wetter war wirklich genial. Der Himmel war blau, wie er blauer nicht hätte sein können. Der ein oder andere Nörgler ist vielleicht der Meinung, dass es sogar einen Tacken zu warm war. Aber darum geht es bei diesem Lauf nicht. Wer auf eine Bestzeit aus ist, der sucht sich nicht den Weiltalweg-Landschaftsmarathon aus.
Ich war gestern das erste Mal am Start, bereut habe ich es weder vorher noch hinterher. Ungewohnt war für mich die Tatsache, dass sich Start und Ziel nicht am gleichen Ort befinden. Bislang war meine Umkleide immer mein Auto. Diesmal musste ich aber darauf achten, bei der Busabfahrt in Weilburg auch alles eingepackt zu haben. Letztendlich dachte ich mir aber dann, dass solchen Gedanken ja witzlos ist, denn was braucht man schon zum Laufen? Hose, Oberteil, Schuhe, Startnummer, Pulsuhr - fertig.
In Arnoldshain angekommen war auch eine wie ich finde fast vollkommen andere Stimmung als beim Frankfurt-Marathon, bei dem ich bislang zweimal gestartet bin. Alles wirkte deutlich entspannter. Dieses Gefühl setzte sich auch direkt nach dem Startschuss fort. Mal ganz abgesehen davon, dass der Startschuss ein echter Kanonenschlag war. Den konnte man wahrscheinlich noch bis zum Ziel hören. Jedenfalls drängelte nach dem Start niemand herum, um sich eine gut Position zu verschaffen. Da wurden stattdessen noch Witze gemacht über den Blitzer, an dem wir vorbeiliefen: "Jetzt wird erstmal abkassiert!", frotzelte ein Läufer vor mir.
Die Strecke sollte man sich auch wirklich gut einteilen. Es ist nicht schön, sich bei diesem Lauf auf den letzten Kilometer allzu sehr quälen zu müssen. Ich kan mich zu denen zählen, bei denen die Einteilung gut geklappt hat. Zum Ziel habe ich mir eine Sub 3:30 gesetzt, das ich mit einer Zeit von 3:27:50,8 h auch erreicht habe.
Die ersten Kilometer verliefen wieder so gut, dass ich mich an den Halbmarathon in Frankfurt von vor 5 Wochen erinnert fühlte. Diesmal zwang ich mich aber, auf die Bremse zu treten, hielt aber meinen Schnitt von knapp unter 5:00 min/km. Das die Zeiten schwankten, ist dem Höhenprofil geschuldet. Erst auf dem letzten Drittel bleibt es generell etwas flacher. Aber auch hier brachen meine Zeiten erfreulicherweise nicht ein. Krämpfe bekam ich auch keine, wie einst letzten Herbst in Frankfurt.
Keine Verpflegungsstelle ließ ich aus. Und da ich nächsten Sonntag gleich nochmal in Darmstadt beim Knastmarathon starten werde, wollte ich keinen Einbruch riskieren. Daher blieb ich diesmal lieber an jeder Station kurz stehen, um möchlist viel Flüssigkeit aufnehmen zu können. Spannend zu beobachten war für mich dann, dass ich alle Läufer, die mich an diesen Stationen überholten, wieder einholte. Einzig die letzte Station passiert ich in vollem Tempo, weil ich mir dann dachte: "Gut, was dem Körper jetzt fehlt, dass kriegst du hiermit auch nicht mehr kompensiert."
Brutal ist jedoch der letzte Kilometer an der Felswand entlang. Dort stehen null Zuschauer, es waren fast keine andere Läufer zu sehen, und geschmerzt haben die Beine dann natürlich schon. Umso mehr Zuschauer wurden es aber, je näher man dann dem Festplatz an der Hainallee kam. Die Zuschauer treiben einen dann definitiv nochmal an. Wer hier nicht mehr weiterkommt, ist wirklich am Ende und hat zuvor schon alles aus sich herausgeholt.
Nachdem ich meinen Kleiderbeutel abgeholt hatte, schaute ich noch kurz nach den Ergebnislisten. Heraus sprang ein 87. Platz in der Gesamtwertung, was nicht wirklich von Bedeutung ist. Interessanter war da schon der 5. Platz in meiner Alterswertung.
Solange ich hier in dieser Region wohne, wird der Weiltalweg-Landschaftsmarathon fest zu meinem Terminplan gehören, denke ich. Die Organisation lässt kaum etwas zu wünschen übrig. Nur Anfänger würde ich diesen Lauf vielleicht nicht empfehlen. Dafür ist das Profil dann doch etwas zu wellig, und man kann sich schnell zu sehr an den Steigungen verausgaben.