12. Frankfurter Lufthansa Halbmarathon

Der Halbmarathon in Frankfurt, veranstaltet von Spiridon Frankfurt, ist vermutlich für viele Läufer eine erste Standortbestimmung, um zu sehen, wie man denn durch den Winter gekommen ist. Wenn man denn in diesem Jahr überhaupt von einem Winter sprechen kann. Solange man nicht im Taunus wohnt, konnte man Schnee nur aus der Ferne betrachten, und die für diese Jahreszeit durchweg milden Temperaturen machten diesmal auch dem Tempotraining keinen Strich durch die Rechnung. In der Regel verzichte ich auf schnelle Läufe, sobald sich Straße und Wege wie Schmierseife anfühlen. Bevor ich mir beim Laufen die Gräten breche, lasse ich es lieber sein und lassen das Training ausfallen, oder es wird nur langsam gelaufen

Der Parkplatz Gleisdreieck an der Commerzbank-Arena war noch erstaunlich leer, dafür war der Querbeet-Stand schon komplett aufgebaut, allerdings waren bislang nur wenig Bio-Runner zu sehen. Die Sonne verriet schon, dass es für diese Jahreszeit eine Hitzeschlacht werden könnte. Temperaturen von 20° C waren vorhergesagt. Angepeilt hatte ich einen 4:05er-Schnitt, mit erhoffter Tendenz nach oben, um vielleicht sogar unter die 01:25 h zu kommen.

Start

Im Startblock sortierte ich mich im 1:35er-Block in der ersten Reihe ein. Die Taktik hatte sich schon beim Silvester-Lauf bewährt. Und gerade das erste Stück bis zur Flughafenstraße und der Abschnitt durch den Wald bis zur Bürostadt Niederrad sind recht eng. Da ist es von Vorteil, wenn man frei laufen und seine Rhythmus finden kann. Und der zeitliche Abstand zwischen den Blöcken war groß genug gewählt, sodass sich der erste Block bereits ordentlich auseinandergezogen hatte, bis ich ihn kurz vor Niederrad erreichte.

Der erste Teil lief wie erwartet relativ gut. Dumm war nur, dass ich mich vor dem Start dazu entschlossen hatte, die Kilometer manuell mitzustoppen. Aus den Kilometern vier, fünf und sechs wurde eine Runde – ein klassischer Fall von Verpeiltheit und dem permanenten Übersehen von Kilometer-Schildern. Das Hirn konnte in diesem Stadium noch einigermaßen rechnen: 12:14 min geteilt durch 3 ergab, dass der Schnitt noch passte.

Isenburger Schneise

Auch wenn die Strecke durchaus attraktiver ist als der alte Streckenverlauf, so hat sie in meinen Augen einen negativen Aspekt: Die Isenburger Schneise hinauf gehört nicht zu den Highlights. Man quält sich hinauf in Richtung Wendepunkt in der Hoffnung, dass es endlich vorbei ist. Wohl dem, der sich vorher gemerkt hat, wann der Wendepunkt kommt und wie weit es noch ist. Praktisch ist hier jedoch, dass man durch den Wendepunkt einen guten Blick auf das Läuferfeld hat. Wo befinden sich z.B. die Pacemaker? Wie weit sind sich noch vor oder hinter mir? Und da schaute ich erstmal blöd aus der Wäsche, weil die Läufer, die ich unter dem 1:29er-Ballon ausmachen konnte, irgendwie nicht zu der Pace passten. Wenig später merkte ich dann, dass ich den 1:24er-Ballon für den 1:29er-Ballon gehalten hatte. Das passte dann auch wieder zu meiner Pace, denn ansonsten wäre der 1:29er sehr weit weg gewesen.

Erwartungsgemäß ging die Pace erstmal nach unten. Nichts beunruhigendes, es geht ja in Richtung Commerzbank-Arena erstmal wieder bergab. Da sollte sich das wieder korrigieren lassen.

Ab ins Ziel

Um an meine erhoffte Zeit von 1:25 h heranzukommen, hätte ich auf dem letzten Stück eine Pace von unter 4 min/km laufen müssen. Das klappte leider noch nicht mal auf dem Bergab-Stück, als die Isenburger Schneise hinter mir lag. Mit Gewalt wäre es gegangen, aber dann wäre ich vielleicht auch eher ins Ziel gegangen als gelaufen.  Es bringt ja nichts, wenn ich zwei, drei Kilometer mit 3:50 min/km runterbolze, um mich dann die letzten zwei Kilometer mit 4:20 min/km ins Ziel zu schleppen. So blieb die Pace einigermaßen konstant.

In der Arena angekommen stand nach einem kurzen Schlusssprint eine 1:26:31 auf der Uhr. Dass dies eine neue persönliche Bestzeit war, realisierte ich erstmal nicht. Es überwog eine leichte Unzufriedenheit, hatte ich mir doch wegen des milden Winters und der Änderung meines Trainingsplans ein bisschen mehr erhofft.

 

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