Laufbericht Eschathlon 2014

Selten habe ich einen im Vorfeld so entspannten Wettkampf erlebt. Kein Wunder, schließlich war es ein Heimspiel, schließlich habe ich mehr als 20 Jahr in Eschborn gelebt. Und die Anreise war mit weniger als 10 Minuten mit dem Auto auch sehr gemütlich. Es war ein sehr guter Schachzug der Veranstalter, den Selgros-Parkplatz für die Teilnehmer zur Verfügung zu stellen. So wusste man als Ortskundiger schon im Vorfeld, dass man keine 2 Stunden vorher anreisen muss, um nicht schon vor dem Start einen Halbmarathon hinlegen zu müssen, nur um überhaupt erstmal die Startlinie überqueren zu müssen. Die Startunterlagen hatte ich schon am Tag zuvor abgeholt, ergo war vor dem Start eigentlich alles geregelt.

Der Streckenverlauf

Es ist doch ein großer Unterschied, ob man eine Strecke vorher kennt oder nicht. Und ich meine damit nicht, die Strecke zumindest schonmal von oben gesehen und das Höhenprofil im Kopf zu haben. Nein, ich meine damit, viele Streckenabschnitte schonmal abgelaufen zu haben oder schlicht und ergreifend zu kennen. So kannte ich zwei Bereiche allein schon deshalb, weil es früher meine Schulwege waren. Und auch alleine die Tatsache, dass man in einem Ort läuft, in dem man viele Jahre gewohnt hat, schien die Beine zumindest bei mir etwas lockerer zu machen als bei anderen Wettkämpfen.

Grundsätzlich war der Streckenverlauf gut gewählt, was alleine schon der Start- und Zielbereich bei den Schülerläufen gezeigt hat. Diese fanden allesamt nach den Hauptwettkämpfen statt, es war aber trotzdem noch viel los auf dem Rathausplatz und es herrschte eine tolle Stimmung. Da können sich andere Veranstalter durchaus etwas abgucken. Ansonsten war es für meinen Geschmack hügeliger als angenommen, vor allem an den zwei Brücken am östlichsten Teil der Strecke musste man in der zweiten Runde ordentlich knautschen. A propos Brücken: Die Halbmarathonis mussten ingesamt sechs Mal eine jeweils kleine Holzbrücke überqueren. Aufgrund der Witterungsbedingungen waren diese recht rutschig und man war besser beraten, diese entweder so anzulaufen, dass man sie möglichst schnell überqueren konnte, oder man nahm sicherheitshalber Tempo raus. Auf dem Feldweg von Niederhöchstadt und Eschborn konnte man es dafür aber ziemlich gut rollen lassen.

Der größte Kritikpunkt ist bei der Halbmarathonstrecke der Wendepunkt beim Kilometer 19. Ich hatte mich schon beim meinen Trainingsläufen gewundert, denn bei meinen Messungen und dem ursprünglichen gewählten Streckenverlauf fehlten an dieser Stelle ca. 400 Meter. Durch diesen kleinen Stich holte man die fehlende Distanz nun also wieder rein. Eine für den Veranstalter zwar praktische Lösung, für den Läufer an dieser Stelle aber vergleichsweise unschön. Aber nun gut, beim Knastmarathon in Darmstadt muss man 24 Mal um eine Pylone herum – man findet also immer was zu meckern.

Mein Rennverlauf

Beim Start sortierte ich mich in ungefähr in der dritten Reihe ein und versuchte auf den ersten Kilometern erstmal, mich an die feuchten Witterungsbedingungen zu gewöhnen. Ein Wettkampf bei leichtem Dauerregen und komplett nasser Strecke ist nicht unbedingt alltäglich. Wegen der Steigungen und diversen Brücken schwankten auch meine Zwischenzeiten, sie bewegten sich aber nicht weit entfernt von den 4:05 min/km, die ich angepeilt hatte. Leider bildete sich keine Gruppe, in der ich hätte mitlaufen können, weshalb es ansich ein relativ einsames Rennen wurde. Hin und wieder überholte man mal einen Läufer oder wurde überholt, aber es war niemand dabei, der in etwas mein Tempo lief, mit dem man sich hätte zusammenschließen können. Etwas ärgerlich wurde es kurz nach dem Bürgerzentrum in Niederhöchstadt, weil ein Läufer vor mir trotz einer eigentlich recht eindeutig aufgestellten Pylone nicht geradeaus laufen, sondern statt dessen rechts abbiegen wollte und mich etwas aus dem Tritt brachte.

Weil die Halbmarathonis die 10km-Runde zweimal zu laufen hatten, wusste man zu Beginn der zweiten Runde, was nun auf einen zukommt. Das machte die Sache für den Kopf auch etwas leichter. In der Hanny-Franke-Anlage gab’s dann leider einen Dämpfer, ein kurzer Krampf zuckte durch die linke Wade. Nicht ganz unschuldig war hier wohl auch der glatte Untergrund. Ich nahm ein klein wenig Tempo raus und versuchte, meine Position einigermaßen zu halten. Überholt wurde ich von einem Staffel-Läufer und einem Läufer, bei dem ich der Meinung war, dass es ein Halbmarathoni war. Nur war er verdammt schnell und ließ mich fast komplett stehen, obwohl und ich so viel langsamer nun auch nicht geworden war. Dann war die Messe gelesen, noch knapp zwei Kilometer waren zu laufen, und dank des Wendepunkts konnte ich gut erkennen, dass der hinter mir platzierte Läufer so weit entfernt war, dass er mich nicht mehr einholen konnte.

Mit meiner Zeit von 1:27:27 h war ich durchaus zufrieden. Auf einer flacheren Strecke und ohne die kleinen Brücken wäre an diesem Tag vielleicht mehr drin gewesen. Gesamt-17. las sich in der Ergebnisliste auch nicht schlecht. Nur bei der Altersklassen-Wertung musste ich zunächst zweimal hinschauen, bis ich dann verstanden hatte, dass hier im 10er-Schritten gewertet wurde. Mit so einer Zeit nur Altersklassen-Achter in der M30 zu werden ist schon eher ungewöhnlich. Kurioserweise wäre ich aber auch bei einer Einteilung in Fünfer-Schritten nur Altersklassen-Sechster geworden.

Fazit

Für die Premiere war es eine sehr gut organisierte Veranstaltung. Ein Kritikpunkt wären eventuell noch die fehlenden Duschen. Diese würden z.B. an der Heinrich-von-Kleist-Schule zur Verfügung stehen. Eine Verlegung des Start-/Ziel-Bereichs an diese Stelle würde jedoch nach sich ziehen, dass sich hier deutlich weniger Zuschauer hin verirren würden. Der Veranstalter wäre gut beraten, vielleicht noch ein paar Optimierungen an der Stecke vorzunehmen, aber ansonsten alles so zu lassen, wie es ist. Ich bin im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei.

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