Archiv für den Monat: September 2014

Isenburger Spontan-Cross

Der 38. Internationale Isenburger Hugenotten-Lauf am 21.09.2014 entwickelt sich durch die Regenfälle vom Samstag und Sonntag zu einem kleinen Crosslauf. Der Untergrund im Wald war ziemlich durchweit und mit vielen Pfützen gespickt. In den Kurven musste man aufpassen, wo man hintritt, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

Ich hatte mich für den 10km-Lauf angemeldet, weil ich hier größere Chancen sah, für die Altersklassenwertung des Main-Lauf-Cups noch ein paar Punkte mehr herausschlagen zu können als beim Halbmarathon. Denn der Halbmarathon ist in Neu-Isenburg in der Regel etwas stärker besetzt als bei den anderen Läufen des Main-Lauf-Cups – sieht man mal vom Spiridon-Halbmarathon in Frankfurt und vom Silvester-Lauf ab. In der Startaufstellung entdeckte ich auch kaum bekannte Gesichter. Und Steffen Kothe, einer der Favoriten auf den Gesamtsieg und ein für mich uneinholbarer Altersklassen-Konkurrent war bereits unterwegs, da er den Halbmarathon lief, der 25 Minuten früher gestartet wurde.

Nach dem Start geht es den ersten Kilometer auf breiten Straßen durch Neu-Isenburg. Hier kann sich das Läuferfeld gut sortieren, es gibt vorne kein Gedrängel. Zuerst sortierte ich mich hinter Petra Wassiluk ein, in dem Gedanken, dass sie mit einer Sub 40, die sie laufen wird, eine gute Orientierung sein müsste. Falsch gedacht. Das Tempo war leider so gar nicht meins, und erst im Ziel erfuhr ich, dass sie heute anscheinend nicht auf Biegen und Brechen eine Sub40 laufen wollte. Es fand sich auch keine wirkliche Gruppe, in der ich mich einsortieren konnte, und so bröselte das Feld etwas auseinander. Die ersten Läufer waren aber vor allem auf den langen Geraden auf den ersten Kilometern immer noch in Sichtweite, und auch vor mir befanden sich viele Läufer, die noch in Reichweite waren.

Ungefähr bei der Hälfte des Rennens bemerkte ich, dass sich hinter mir dann doch eine Gruppe gebildet hatte. Sie bestand aus ca. 6 Läufern, und irgendwann hatte ich dann keine Lust mehr, Pacemaker für die Gruppe zu spielen und ließ mich hinter die Gruppe zurückfallen. Eine ganz schlechte Idee, weil ich dadurch so dermaßen aus dem Rhythmus kam, dass ich Seitenstechen bekam. Nur mit Mühe konnte ich den Anschluss halten und musste zudem mit ansehen, wie diese Gruppe nun auch auseinander fiel. Wobei ich nicht gut einschätzen konnte, ob nun ein paar der Läufer hinten in der Gruppe Schwierigkeiten hatten, oder ob wiederum andere Läufer vorne in der Gruppe auf das Tempo drückten. Alle waren aber immer noch für die letzten zwei Kilometer in Reichweite, um an ihnen vorbeigehen zu können. Als sich das Seitenstechen dann endgültig verabschiedet hatte, waren auch nur noch knapp zwei Kilometer zu laufen. Ich wollte dann langsam aber sicher anfangen, ein paar der Läufer vor mir einzusammeln.

Das war schwieriger als gedacht, denn keiner wurde merklich langsamer, und so entschied ich mich, à la Jan Fitschen bei der EM 2006 so eine Art Überraschungs-Angriff auf den letzten 200 Metern im Stadion zu starten. Vor dem Stadion erwartete uns aber erstmal noch eine Pfützen-Orgie. Bei den ersten zwei, drei Pfützen folgte ich noch den Läufern vor mir beim Lauf links und rechts an den Pfützen vorbei. Dann war mir das aber zu mühsam, immer den besten Weg um die Pfützen herum zu suchen, und dreckig war man ja sowieo schon. Da dachte ich mir: “Was soll der Mist, einfach geradeaus durch!”, und entschied mich zu einem Spontan-Crosslauf. Es half tatsächlich, Boden und Plätze gutzumachen, und dann ging es auch schon hinein ins Stadion.

Mein Vorhaben für einen Überraschungs-Angriff, ging auch auf, drei oder vier Läufer konnte ich noch einkassieren, den fünften zunächst auch, er hatte jedoch noch ein paar Körner mehr im Tank als ich und antwortete mit einer Gegenattacke, der ich nicht mehr folgen konnte. Auf den letzten 50 Meter schaute ich dann nur noch, dass ich die Position nicht mehr verliere und lief am Ende als 18. ins Ziel. Wie eng und spannend es am Ende war, zeigte sich bei dein Einlaufzeiten: Zwischen dem 17. und dem 22. lagen weniger als 5 Sekunden. Mit meinen 39:31,00 war ich nur bedingt zufrieden, bei den Bedingungen konnte man aber auch nicht mehr erwarten. Absolut zufrieden war ich hingegen mit dem 2. Platz in meiner Altersklasse, womit ich bei der Zeit nicht gerechnet hätte. Es wäre nur besser gewesen, die Gruppe zur Mitte des Rennens nicht vorbei zu lassen und statt dessen mein Tempo weiter durchzuziehen. So wäre vielleicht mehr drin gewesen, denn der Altersklassen-Erste war genau der Läufer, dem ich auf den letzten 100 Metern nicht mehr folgen konnte.

Jetzt bleibt abzuwarten, wie die Regeneration verläuft, denn am kommenden Samstag steht mit dem Halbmarathon in Rosbach schon wieder der nächste Wettkampf an.